SOS Eisack wurde im Jänner 2006 als überparteiliche Bürgerinitiative gegründet.Getragen wird die Initiative von Bürgerinnen und Bürgern die es nicht mehr länger hinnehmen wollen, daß die durch Eingriffe des Menschen bereits starkt beeinträchtigte Landschaft und Natur entlang des Eisacks und deren natürliche Ressourcen weiterhin in unverantwortbarer Weise zerstört werden.
Die Lebensqualität der Menschen im Wipp - und Eisacktal ist bereits heute durch stark belastende Verkehrsinfrastrukturen beeinträchtigt: neben Staatsstrasse und Eisenbahn bringt die Autobahn massive Eingriffe in das Landschaftsbild, krank machenden Lärm, und ist als größte lineare Schadstoff-Eintragsquelle Südtirols auch für die alarmierend schlechten Luftwerte in den Städten und Dörfern des Talbodens verantwortlich.
Nun soll durch hochtrabende Kraftwerkspläne eine der letzten Natur-Ressourcen des Wipp - und Eisacktales in erheblichem Maße zerstört und einer "modernen" Nutzungslogik unterzogen werden: der Eisack soll, beginnend im Landschaftsschutzgebiet der Gemeinde Freienfeld in unmittelbarer Nähe von Schloß Welfenstein, bis nach Franzensfeste auf einer Strecke von mehr als 14 km um etwa 70% seines Wassers beraubt werden, um damit elektrische Energie zu erzeugen, welche außer Landes verkauft wird. Südtirol produziert nämlich heute schon 2,5 mal mehr Strom als es selbst benötigt.
Der betreffende Abschnitt des Eisacks ist nur eines von mehreren der E-Werk Projekten, die zur Zeit landeweit vorangetrieben werden. Im Dienste eines nicht näher definierten Landesinteresses und im Rahmen einer fragwürdigen Enegriepolitik grassiert in Südtirol zur Zeit die "E-Werkitis". Der angekündigte Wassernutzungsplan des Landes ist noch in weiter Ferne, und oft scheint es so, als wolle man vor dessen Ausarbeitung eiligst alle noch ungenutzten Fließgewässer, die in irgendeiner Weise der Energiegewinnung dienen können, dieser "Nutzung" zuführen.